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Die englische Limited

Kann sie die deutsche GmbH ersetzen?

Seit einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs können ausländische Gesellschaftsformen auch für unternehmerische Tätigkeiten in Deutschland als Rechtsform gewählt werden.

Manche Berater empfehlen die Rechtsform der englischen „Limited“ unter Hinweis auf die angeblichen Vorteile der Limited:

Dies sei vor allem die kostengünstige Gründung ohne Erbringung eines Stammkapitals im Gegensatz zur deutschen GmbH, wobei hier wie bei der GmbH eine persönliche Gesellschafterhaftung vermieden werden könne. Auch die Gründungskosten (Notar- und Gerichtskosten) würden entfallen.

Nicht nur Notare, sondern insbesondere auch Industrie- und Handelskammern warnen inzwischen vor diesem Weg. Verschwiegen wird bei der Werbung oftmals, welche Probleme für die Gesellschafter einer Limited entstehen können.

Zwar wird die Gründung einer Limited sehr geringe Kosten entfalten, doch können erhebliche laufende Kosten entstehen; die Limited benötigt einen britischen Vertreter im Ausland; die dem englischen Gericht einzureichenden Urkunden müssen in englischer Sprache eingereicht werden; die Berücksichtigung ausländischen Rechts für Buchhaltung und Steuererklärungen erfordern den Einsatz international besonders qualifizierter Beratungspersonen.

Insbesondere ein Verstoß gegen die Verpflichtungen gegenüber den englischen Registern kann erheblich schneller als in Deutschland zur Löschung der Limited im Register führen, womit die persönliche Haftung der Gesellschafter in Deutschland eintritt.

Im übrigen dürfte bei potentiellen deutschen Geschäftspartnern die Limited dann zu Recht auf Vorbehalte stoßen, wenn ein kleines Unternehmen ohne erkennbaren Grund diese Rechtsform wählt. Wer will sich schon mit einer Firma mit Sitz in London einlassen, die keinerlei Haftungskapital besitzt? Auch die Banken werden bei der Vergabe von Krediten an Limited - Gesellschaften äußerst zurückhaltend sein.

Unter diesen Gesichtspunkten sollte nicht vorschnell und nicht ohne seriöse Beratung zur Rechtsform der Limited gegriffen werden.

Wenn gleichwohl diese Rechtsform gewählt wird, sollte die Limited wenigstens zum deutschen Handelsregister als Zweigniederlassung angemeldet und eingetragen werden. Möglicherweise kann damit der Seriositätsnachteil wenigstens teilweise ausgeglichen werden.

Hinweis: Die vorstehende Darstellung ist sorgfältig erstellt und dient Ihrer allgemeinen Information. Sie kann eine rechtliche Einzelberatung nicht ersetzen. Deshalb erfolgt diese Darstellung freibleibend unter Ausschluss einer Haftung.

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